Samstag, 29. September 2007

Urlaub! Und vorher noch ein Blog-Experiment


Bald haben wir Urlaub. Ich freue mich riesig darauf.

Mit den Blogs, das wollte ich längst schon angehen, sehe ich habe es am 1. Juli versucht, nicht groß was weiter dran gemacht. Soll aber jetzt was werden.

Anscheinend lassen sich ja auch leicht Änderungen machen.

Frage, wie man ein Bild rein bekommt.

Diese Haus steht in unserer Nachbarschaft an der Britzer Straße. Ich zeige es hier eigentlich nur, weil ich ausprobieren musste, wie man Bilder in den Blog hineinbekommt. Doch sieht es ja tatsächlich auch rech schmuck aus - oder?

Mehr Bilder bei http://www.flickr.com/photos/13895835@N06/ nachsehen.

Sonntag, 1. Juli 2007

Infos Februar bis Juli 2007


Ihr Lieben,

es ist ja schon wieder gut ein viertel Jahr vorbei nach meiner letzten, umfangreichen e-Mail. Natürlich hat sich in der Zwischenzeit wieder einiges ereignet. Ganz besonders ärgerlich war mein Versuch, Windows Vista auf dem relativ neuen PC zu installieren, den ich November gekauft hatte. Nun ja, ich arbeite eh mehr mit dem Mac. Auch bei dem läuft nicht immer alles glatt. Aber insgesamt erspart er einem schon einiges an Nerven.

Das traurigste der letzten Begebenheiten ist, dass Erika Nauen am Donnerstag in der Mittagszeit verstorben ist. Es ging ihr einige Tage zunehmend schlechter, sie war sehr schläfrig, reagierte kaum noch auf Berührungen, wohl aber auf Ansprache. Sagte kurz etwas und dämmerte dann wieder weg. Essen und Trinken ließ sie fast vollständig bleiben. Sie wirkte zufrieden, wenn sie sich allerdings im Bett bewegte, stöhnte sie auf. So bekam sie zuletzt Morphin. Die Schwestern sagten, sie waren bei ihr, als sie starb, sie sei friedlich eingeschlafen. Für sie war es sicherlich in Ordnung. Es war absehbar, dass sie bald sterben würde, und trotzdem muss man sich immer wieder neu klar machen, dass sie jetzt nicht mehr da ist. Sie war eben so ein angenehmer Mensch, freundlich und eigentlich immer guter Stimmung, sehr mitteilsam und interessiert. Und sie hatte ja auch viel zu erzählen. Nur all diese Eigenschaften ließen das letzte Jahr über immer mehr nach. Sie konnte sich kaum noch an Dinge erinnern, die kurz vorher passiert sind, was es zu essen gab oder ob sie überhaupt schon gegessen hatten, wer sie wann besucht hatte usw.

Wir machen meistens sonntags morgens einen Rundgang durch den Britzer Garten, die ehemalige Buga. Dann schauten wir immer kurz vor Mittag bei Erika im Heim vorbei. Anschließend gehen wir ins Park-Café und frühstücken. In den letzten Monaten war Linda einmal bei uns, und sie ging auch mit zu Erika. Später erzählte sie ihrer Tochter Jutta, Trude und Will wären bei ihr gewesen - mit ihrem Hund. Es ist schon fast 20 Jahre her, dass wir unseren Niggi hatten. Erika muss in ihrem eingeschränkten Gedächtnis noch festgehalten haben, dass wir da waren und noch jemand dabei war. Dass es Linda war, hatte sie wohl vergessen. Also bot sie ersatzweise Niggi an.

Am Freitag, dem 13. Juli wird Erika beerdigt auf dem Heidefriedhof, neben ihrem Mann, den sie beinahe 10 Jahre überlebt hat.

Die anderen Ereignisse waren weniger traurig, eigentlich gar nicht traurig. Es fällt schon nicht mehr leicht, sie zu rekonstruieren. Am Besten, ich fange rückwärts an. Heute früh waren wir - wie immer sonntags - im Britzer Garten. Beobachteten eine Tauchenten-Mutter mit ihren 6 oder 7 Küken. Diese kleinen Plüschtierchen tauchten auch schon was das Zeug hielt. Sah ausgesprochen putzig aus. Bei Wikipedia habe ich herausgefunden, dass es wohl Reiherenten sein müssen, mit auffällig gelbem Auge im dunklen Kopf. Vorbei ging's an Eseln, Ziegen und Schafen und vielen, vielen Blüten. Dann wieder Frühstück im Park-Café, heute zum ersten Mal ohne Abstecher zu Erika.

Gestern waren wir bei Hagen in Beelitz eingeladen, unserem ehemaligen Assistenzarzt. Er steigt offiziell in die Praxis seiner Eltern ein, es war die Einweihung. Die Eltern sind so nett wie er. Sie haben eine "richtige" Praxis. Sie ist sehr funktionell und klinisch eingerichtet, nicht so "wohnlich" wie unsere. Für beide brachte die "Wende" eine enorme Umstellung. Die Mutter war Betriebsärztin und hatte wegen der Familie halbtags gearbeitet. Sie wagte den Sprung in die eigene Praxis. Der Vater war Lungenchirurg in den Beelitzer Heilstätten. Diese wurden 3 Jahre später aufgelöst, und er war ohne Arbeit. So stieg er mit in die Praxis ein, und sie läuft anscheinend sehr gut. Jetzt arbeiten sie dort zu dritt. Die Patienten sind, wie Hagen erzählte, unheimlich froh, dass er die Praxis übernimmt. Wie ich ihn verstanden habe, übernimmt er etwas die Hälfte der Arbeit, und die Eltern teilen sich den Rest. Der Vater muss wohl in spätestens 3 Jahren aus Altersgründen ausscheiden.

Auf dem Rückweg machten wir einen kurzen Stopp am Seddiner See. Dort sollte ein Schwimmfest sein. Leider war es gestern ziemlich kalt. Landschaftlich ist es dort ausgesprochen schön.

Wir machten zu Hause ein Nickerchen. In dieser Zeit regnete es heftigst. Am Nachmittag war Elfies Gartenfete. Wir waren gegen 5 Uhr nachmittags dort und blieben bis etwa Mitternacht. Elfie hat einen so schönen Garten. Es sieht alles aus wie wild gewachsen, ist aber klug ausgetüftelt. Dieses Sommerfest macht sie schon etliche Jahre. Es ist ein gewisser Wiedererkennungswert für die Gesichter der Leute vorhanden. Nun war ich wegen eigenem Urlaub mindestens zwei Jahre nicht dort, und so merkt man, dass alle immer etwas älter aussehen - und man tut es selbst ja auch. Man isst und trinkt etwas. Es werden viele leckere Sachen mitgebracht und findet immer Leute, mit denen man sich gut unterhalten kann. Trude traf auf einen anderen Raucher, sie saßen mit ihren Zigaretten etwas abseits auf einem Bänkchen, der gute Freunde im Brussaer Weg hat.

Die letzten drei Wochen waren für mich etwas anstrengend, weil unsere Assistenzärztin Urlaub (Sardinien) hatte. Die Mehrarbeit ist schon deutlich zu spüren. Zum Glück sind aber die Sommermonate sowieso etwas spärlicher besucht als im Herbst und Winter. Trotzdem sind wir fast auf die gleiche Patientenzahl gekommen wie im letzten Quartal. Ab Montag ist sie aber wieder im Dienst, und wegen besonderer Terminabsprachen habe ich sogar den Mittwoch und den Donnerstag frei. Das ist ja auch schon so etwas wie ein kleiner Urlaub.

Am letzten Samstag fand im Britzer Garten eine Sonnenwendfeier statt. Dort waren wir am Samstag. Es hatte zuvor reichlich geregnet, aber gegen Abend klarte es wieder auf. So waren reichlich Leute da. Wir dachten, wir könnten dort etwas Leckeres essen, denn es waren schon Stände dort mit allerlei Spezialitäten. Diesmal gab es aber überall nur Steaks und Bratwürste. Ich bekam wenigstens ein Matjes-Brötchen. Ein Trio spielte und sang Abba-Lieder, aber derart schlecht, dass wir die Flucht ergriffen. Wir schlenderten zum Kalenderplatz und genehmigten uns dort ein dickes Eis.

Das Feuerwerk gegen 23 Uhr war dann aber Klasse. Die Warterei wurde was lang, es wollte aber auch nicht richtig dunkel werden. Ein toller Himmel mit Abendrot wurde uns allerdings auch kostenlos geboten. Noch einmal mussten wir die Flucht ergreifen. Wir hatten zunächst auf der Brücke mit den spitzen Pfeilern gestanden. Dort unterhielt aber eine Frau mit schriller Stimme ihre Begleiter. Dieser aufdringlichen Tonlage konnte man sich nur durch Ortswechsel entziehen.

Sonntag verzichteten wir auf einen neuerlichen Buga-Rundgang. Waren deshalb auch nicht bei Erika. Dafür war ich am Montag in der Mittagspause dort, weil eine Schwester angerufen hatte und mitteilte, dass es ihr schlechter ginge. Das war auch ein erheblicher Unterschied zur Woche davor, wo sie noch nicht derart somnolent (schläfrig) war.

Sonntag Abend war die Skate-Night. Diese findet in diesem Jahr nur einige wenige Male statt. Hatte mich mit Renate für halb acht verabredet. Übten noch eine bisschen und liefen uns ein. Die Tour sollte halb neun starten, ging dann aber erst gegen neun los. War diesmal auch nicht so lang, nur ca. 16 km. War trotzdem sehr schön. Man bekommt gut den Kopf frei. Leider kam ich irgendwie Renate ins Gehege, so dass sie stürzte. Meine, sie hätte sich nicht viel getan, nur den Ellenbogen etwas aufgeschürft. Hatte aber auch keine Ellenbogenschoner an, nur welche für Knie und Handgelenke. Am Montag rief sie in der Praxis an und ließ mir ausrichten, es täte ihr alles weh.

In diesem Jahr bin ich mit Renate schon ein paar Mal gelaufen. Es findet unregelmäßig die so genannte Berlin-Parade statt, eine Demo von Skatern für mehr Laufmöglichkeiten. Zwei Leute tragen auch immer ein Transparent: "Gebt uns Weg". Es findet auch immer in der Mitte bei einer Pause eine Ansprache statt, von der man allerdings nicht viel mitbekommt. Dafür wird man mit Polizeischutz durch den Zentrum von Berlin geleitet und hat freie Bahn. Es wäre schade, wenn die Forderungen, z. B. Freigabe von Radwegen für die Skater, wirklich erfüllt würden. Dann würde ja der Grund für diese "Demo" wegfallen.

Meinem neuen Hobby habe ich auch bereits vier mal gefrönt, dem Angeln. Am Sonntag, dem 3. Juni war ich mit einem Patienten an einem See in Biesdorf. Er ist Angler seit seiner Kindheit, und ich hatte ihn gebeten, mal zuschauen zu dürfen. Ein Neffe von ihm kam auch mit. Wir verbrachten einige Stunden an diesem schönen See, aber es biss leider nicht einer an. Ich hatte mir genau gemerkt, wie er das machte und versuchte es abends am Samstag drauf am Britzer Zweigkanal nochmals selbst. Gleiches Ergebnis: nichts an der Angel. Schon vorher hatte ich mir diesen Kanal mal angeschaut. Es ist die nächste Möglichkeit von Mariendorf aus, laut einer Karte des DAV (Deutscher Angler-Verband. Ich hatte mich mit einem Angler unterhalten, der oft dort hingeht. Er sagte, es sei immer schwieriger geworden, etwas zu fangen in den letzten Jahren. Am Besten klappe es noch, wenn man mehrere Tage hintereinander an der gleichen Stelle anfüttert. Dann seien auf einmal die Fische da. Das war schon vorher im Mai. Bei der Gelegenheit entdeckte ich eine leerstehende Fabrik, die ich durchstreifte. Sie ist voller Graffiti.

Am Samstag blieb ich bis gegen 11 Uhr abends dort, bis ich fast nichts mehr sah. Und da in den Abend- und den Morgenstunden die beste Aussicht auf Fänge bestehen soll, fuhr ich am nächsten Morgen um 4 Uhr wieder hin. Angefüttert hatte ich ja. Aber auch diesmal: Null Erfolg.

Nun werden wir gleich mal zum Mikkel gehen, unseren Hunger stillen. Das ist unser Lieblingsitaliener, fast um die Ecke. Michelangelo heißt er wirklich.